8-wöchiger MBCL-Kurs

Mindfulness Based Compassionate Living

Mitgefühlsmeditation

"Ein Moment des Selbstmitgefühls kann deinen Tag verändern. Eine Reihe

solcher Momente kann den Kurs deines Lebens verändern".

Christopher Germer

 

        Umfang des MBCL-Kurses:

  • 1 persönliches Vorgespräch (ca. 30 min, auch telefonisch möglich)

  • 8 Termine à 2,5 Stunden

  • 1 Tag des Mitgefühls (6 Stunden)

  • Audiomaterial mit Meditationsanleitungen für zu Hause, sowie ein ausführliches Kurshandbuch

Der 8-wöchige MBCL-Kurs ist als Vertiefung des 8-wöchigen MBSR-Kurses konzipiert. Eine Teilnahme ist nur nach Absolvierung eines 8-wöchigen MBSR-Kurses möglich.

Warum MBCL?

Wie wohltuend und hilfreich Meditation sein kann, erfahren viele Menschen während eines 8-wöchigen MBSR-Kurses. Vermutlich haben sie dort gelernt, ganz im gegenwärtigen Moment zu sein und diesen nicht zu bewerten.

Vielleicht haben sich auch einige positve Auswirkungen auf den Alltag bemerkbar gemacht. Linderung von Schmerzen, verbesserter Schlaf, mehr Lebensfreude oder eine höhere Stressresilienz. Doch manchmal bleiben noch einige Fragen stehen:

  • Wie kann ich nach den 8 Wochen MBSR-Kurs meine erlernten Fähigkeiten vertiefen?

  • Wie kann ich weiterhin in einer Gruppe meditieren, da es mir alleine schwer fällt mich zu motivieren?

  • Und wie kann ich vielleicht sehr negative Emotionen oder chronische Schmerzen weiter lindern und meinen Frieden damit schließen?

Für die weiterführende und vertiefende Praxis wurde der 8-wöchige MBCL-Kurs von Erik van den Brink und Frits Koster entwickelt.

Wofür brauchen wir Mitgefühl?

Bereits im MBSR-Kurs spielt die innere Haltung in der Meditation eine wichtige Rolle. Es wird empfohlen sich selbst und die Welt gegenüber mit einer gewissen Freundlichkeit wahrzunehmen. Wir versuchen uns wohlwollend, fürsorglich, mit Milde und liebender Güte zu begegnen. Jon Kabatt-Zinn sagte:

"Bei der Meditation geht es nicht um den Versuch, irgendwo hinzugelangen. Es geht darum, dass wir uns selbst erlauben, genau dort zu sein, wo wir sind, und genau so zu sein, wie wir sind, und desgleichen der Welt zu erlauben, genau so zu sein, wie sie in diesem Augenblick ist."

Schmerz hält einen achtsamen und mitfühlenden Blick nicht aus

Wenn wir unseren Gedanken, Gefühlen und Empfindungen ohne Widerstand begegnen und das Leben hereinlassen, wie es ist, können wir gesund und heil sein. Ganz gleich mit welchen körperlichen oder geistigen Schwierigkeiten wir leben. 

 

Wenn wir es anders haben wollen, als es ist, kämpfen wir gegen das Leid an und nähren so den Schmerz. Wir gießen Öl ins Feuer. Gelingt es uns jedoch, den Schmerz zu erfahren, ohne ihn ändern zu wollen, erlischt dieses Feuer. Zunächst für einen Moment. Mit viel Training jedoch immer öfter und irgendwann fast immer. Der Schmerz hält diesen achtsamen, mitfühlenden Blick nicht aus. Und diese Fähigkeit ist mit regelmäßigen Training für jeden erlernbar!

Um wirklich schwierigen Gedanken, Emotionen und Empfindungen ohne Widerstand zu begegnen, ist die Achtsamkeit manchmal nicht ausreichend. Im Zusammenspiel mit einer mitfühlenden Haltung jedoch, ist es einfacher und eher möglich, auch schwierige Situationen mit Lebensmut und Lebensfreude zu meistern.

Schmerz ist unvermeidbar, Leid nicht

Aktuelle Studien (Bsp. Havard University) zeigen, dass Mitgefühlsmeditation insbesondere Menschen mit chronischen Schmerzen und psychischen Erkrankungen helfen kann. Als Unterstützung und Vertiefung der Achtsamkeitspraxis kann die Praxis einer mitfühlenden Haltung darüber hinaus hilfreich sein für:

 

  • Bewältigung anhaltender chronischer Schmerzen

  • Linderung und Prävention von stressbedingten Gesundheitsproblemen, Rückfallprohylaxe von Depressionen

  • verbesserten Umgang mit ungesunden Mustern, wie z.B. starke Selbstkritik, wenig Selbstfürsorge, Selbstaufopferung etc.

  • insbesondere verbesserter Umgang mit negativen Gedanken und schwierigen Emotionen

  • Verbesserung der sozialen und kommunikativen Kompetenzen

  • Vertiefung und Erweiterung der Achtsamkeitspraxis

  • Erhöhung der Lebensfreude und Lebensqualität

  • schafft Ressourcen und fördert Fähigkeiten, um gelassen den Alltag zu meistern

  • stärkt vor Allem die Selbst-Akzeptanz und die Akzeptanz anderer Menschen

  • stärkt Gefühle von Geborgenheit und Sicherheit

Ein 8-wöchiger MBCL-Kurs sollte nicht oder nur mit Hilfe professioneller, psychologischer Unterstützung absolviert werden bei:

  • Unzureichende Achtsamkeitspraxis

  • akuten und sehr instabilen psychiatrichen Problemen und Suizidgedanken (Teilnahme möglich falls von professioneller psychologischer oder psychiatrischer Begleitung als Unterstützung empfohlen)

  • falls keine Befürwortung des behandelnden Therapeuten erfolgt

  • akuten Suchtsituation (Alkohol, Drogen etc.)

Ein Auszug aus dem TeilnehmerInnen-Kurshandbuch

Mitgefühl – eine Lebensnotwendigkeit

Warum eigentlich Mitgefühl?

 

Vorreiter der Mitgefühlsforschung wie Paul Gilbert, Kristin Neff, Barbara Fedrickson, Erik van den Brink und Frits Koster legen in ihrer praktischen und/oder wissenschaftlichen Arbeit nahe, dass Menschen, die über ein hohes Maß an Mitgefühl verfügen…

 

...eher für sich sorgen durch einen gesunden Lebensstil, ausreichende Pausen und Zeiten der Regeneration

...weniger unter psychischen oder körperlichen Beschwerden leiden

...mehr allgemeine Lebensqualität wahrnehmen

...ihr Selbstwertgefühl erhöhen

...mehr Verbundenheit zu ihren Mitmenschen spüren und tiefere Beziehungen eingehen können

...ihre Emotionen besser regulieren können, weil sie gelernt haben, ihnen mit Freundlichkeit zu begegnen

...besser mit negativen Erfahrungen oder Erlebnissen umgehen können

...eine geistige Haltung entwickeln, die auf Geborgenheit Verbundenheit, Sicherheit, Beruhigung und Akzeptanz beruht

...sich selbst besser vor Stress und stressbedingten Krankheiten schützen können

...eine Ressource von Güte, Kraft und Weisheit entwickeln

 

Mitgefühl ist kein Luxus, sondern lebensnotwendig

 

Wir sind ins Leben Hineingeworfene. Wir haben uns nicht ausgesucht geboren zu werden. Auch nicht wann oder wo wir geboren wurden. Wir haben uns unsere Familie nicht ausgesucht, ebenso wenig wie unsere körperliche Erscheinung, unsere angeborenen Makel, das Haus oder die Wohnung, in der du aufgewachsen bist, die Menschen, die du in der Schule kennen lernen durftest usw.

 

Wir haben uns das gesellschaftliche System, in dem wir leben, nicht ausgesucht, den Kapitalismus, die Notwendigkeit 40 Stunden in der Woche einer Erwerbstätigkeit nachzugehen zu müssen, Staatsformen, Religionen oder sonstige Systeme haben wir nicht frei gewählt

 

Selbst wenn wir das Glück hatten in einer freien, demokratischen und friedvollen Gesellschaft aufgewachsen zu sein, werden wir früher oder später Sorgen, Ängsten, unangenehmen Gefühlen, Stress, Krankheiten, Verlust, Trauer, Schmerz oder anderen Widrigkeiten begegnen.

 

Diese Welt ist nicht perfekt, unsere Körper und unser Geist sind nicht perfekt, genauso wenig wie die der anderen. Leid ist tatsächlich nicht vermeidbar. Das klingt zunächst nicht sehr aufmunternd. Doch wenn wir den Widrigkeiten mit einer etablierten mitfühlenden Haltung begegnen, müssen wir nicht unter ihnen leiden. Wir können mit Leid sein, ohne darunter zu leiden, wenn wir begreifen, dass Mitgefühl kein Luxus, sondern eine Lebensnotwendigkeit ist.

 

 

ÜBUNG

Was hält dich davon ab, Mitgefühl mit dir selbst zu haben?

 

 

 

 

 

 

Was hält dich davon ab, Mitgefühl mit anderen zu haben?

 

 

 

 

 

 

 

Mitgefühl benötigt viel Mut

 

Vielleicht ist dir bereits aufgefallen, dass Mitgefühl manchmal Mut benötigt. In früheren Zeiten haben wir unseren Kindern beigebracht, ihre Emotionen zu kontrollieren. Auch in der heutigen Gesellschaft wird ein unkontrollierter Gefühlsausbruch z.B. Weinen in der Öffentlichkeit als Schwäche wahrgenommen, und zwar vor allem von uns selbst. Wir haben eine ungesunde Erwartungshaltung an uns selbst formuliert, immer leistungsfähig zu sein, die eigenen Gefühle hinten an zu stellen, und selbstaufopfernd unseren Funktionen und Rollen in der Gesellschaft nachzugehen Wir betrachten es als Stärke, keine Schwäche zu zeigen.

 

Diese kollektive Vermeidungsstrategie ist die eigentlich ausweichende Variante. Die Schwäche zuzulassen und vor anderen nicht zu verstecken, wäre die wahre Stärke. Es benötigt viel Mut, Emotionen nicht zu unterdrücken, sondern sie in ihrer Fülle wahrzunehmen. Emotionen Raum zur Entfaltung zu geben, ist kein unkontrollierter Gefühlsausbruch, eher eine gesunde Regulation. Ein vollständiges, ganzheitliches Wahrnehmen und Annehmen unserer selbst.

 

Manchmal kann das Zulassen der Gefühle überfordernd sein. Es ist auch niemand gezwungen immer und ständig tief in die Gefühlswelt hin einzutauchen. Doch wenn wir mit Hilfe von Mitgefühlsmeditation lernen, unserer Gefühlswelt mit einer heilsamen und annehmenden Haltung zu begegnen, wird die Überforderung weichen können. Stattdessen entsteht Vertrauen in die eigene Bedürfniswelt. Das Verständnis wächst, dass auch unangenehme Gefühle einen evolutionären Nutzen haben. Nämlich dir zu zeigen, was deine Wahrheit ist und was du brauchst, um geistig gesund, verbunden und belebt zu sein. Mit der Zeit stauen sich weniger lange unterdrückte Gefühle auf, die uns bei Ausbruch überfordern. Wir können sie durch eine Art antrainiertes, mitfühlendes Frühwarnsystem bereits wahrnehmen und regulieren, bevor sie eine so große Welle werden, die wir nicht mehr in der Lage sind zu surfen.

 

Das alles kann in kleinen Schritten geschehen, nach dem Motto „rest and digest“. Ausruhen und verdauen, und zwar nur so viel, wie es dir in diesem Augenblick im Hier und Jetzt möglich ist. Nicht mehr, nicht weniger. Depressive Verstimmungen, Angstzustände, tiefe Trauer werden nicht von jetzt auf gleich aufgelöst. Es handelt sich vielmehr um einen Prozess, der seine Zeit und auch Geduld benötigt, ganz ohne Druck, immer nur so viel wie dir möglich ist. Und beim Wahrnehmen nichts hinzufügen, aber auch nichts weglassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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