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051 Wir überschätzen Motivation - und unterschätzen Systeme

  • Autorenbild: Ronny
    Ronny
  • 11. Apr.
  • 7 Min. Lesezeit

Die Gedankentropfen zum Hören

Wir überschätzen Motivation

 

Erinnerst du dich an Steve Jobs und die filmreifen Vorstellungen neuer Apple-Produkte auf der Bühne, vor Tausenden Zuschauern?

 

Oder an Mark Zuckerberg, den Facebook-Gründer, und seine Auftritte in der Öffentlichkeit?

 

Viele Menschen verbinden mit Steve Jobs den Visionär. Mark Zuckerberg wirkt auf manche dagegen eher wie ein eigenwilliger Zeitgenosse.

 

Doch eine Gemeinsamkeit der beiden hat man vielleicht nicht sofort auf dem Schirm:

 

Beide Persönlichkeiten tragen fast immer die gleiche Kleidung.


Glück und Zufriedenheit
Der Weg ist nicht das Ziel

Vereinfachen

 

Zuckerberg erklärte in einem Interview, warum er fast immer die gleiche Kleidung trägt.

 

Er wolle nicht täglich viele kleine Entscheidungen treffen, weil sie Energie kosten.

 

Indem er jeden Tag dasselbe anzieht, bewahrt er seine Energie für wichtigere Themen.

 

Auch Barack Obama, der ehemalige US-Präsident, äußerte einmal etwas Ähnliches.

 

Wenn es um seinen Kleidungsstil ging, musste er im Grunde nur zwischen schwarzen und grauen Anzügen wählen.

 

Entscheidungserschöpfung

 

Was im ersten Moment etwas verrückt oder exzentrisch wirkt, ergibt auf den zweiten Blick durchaus Sinn.

 

Die Entscheidung, nur wenige Outfits zu besitzen, ist Teil eines einfachen Systems.

 

Und wenn ein solches System einmal etabliert ist, kann es erstaunlich viel Ruhe und Stabilität ins Leben bringen.

 

Jede Entscheidung kostet mentale Energie.

 

Wenn ein gutes System uns viele kleine Alltagsentscheidungen abnimmt, bleibt deutlich mehr Energie für das, was wirklich wichtig ist.

 

Es schützt uns vor Entscheidungserschöpfung.

 

Motivation ist wie Wetter

 

Wenn Menschen ein gesünderes oder erfüllteres Leben führen wollen, scheitern viele an der dauerhaften Umsetzung.

 

Ein klassisches Beispiel sind Neujahrsvorsätze. Plötzlich geht man regelmäßig zum Sport, ernährt sich gesünder oder trinkt weniger Alkohol.

 

Doch diese Anfangsenergie speist sich meist aus Motivation. Und Motivation ist schwankend.

 

Sie lässt mit der Zeit nach oder geht im stressigen Alltag unter.

 

Sie hängt davon ab, ob wir gut geschlafen haben, welche Belastungen gerade auf uns einwirken, wie hoch unser Energielevel ist oder in welcher Stimmung wir sind.

 

Deshalb ist sie keine stabile Grundlage für dauerhafte Veränderungen.

 

Nachhaltigkeit entsteht durch ein funktionierendes System, das auch dann trägt, wenn die Motivation gerade nicht da ist.

 

Ein gut etabliertes System hat folgende Eigenschaften:

 

  • es reduziert Entscheidungsenergie

  • es erleichtert gewünschtes Verhalten und erschwert unerwünschtes

  • es ist regelmäßig und eher entschleunigt als intensiv

  • Gewohnheiten innerhalb eines Systems verstärken sich gegenseitig

  • es ist integriert in ein unterstützendes Umfeld

  • es ist nachhaltig in den Alltag integrierbar

  • es funktioniert unabhängig von Motivation  

Lass uns etwas konkreter werden.

 

Wie Systeme und gesunde Gewohnheiten entstehen

 

Gewünschtes erleichtern, Unerwünschtes erschweren

 

Wir Menschen orientieren uns stark an unserer Umgebung.

 

In einem Wohnzimmer, in dem jeden Tag Kekse auf dem Tisch stehen oder mehrere Bildschirme präsent sind, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass genau das genutzt wird.

 

Umgekehrt gilt das auch. Liegt Obst auf dem Tisch, stehen Bücher griffbereit herum, liegt eine Yogamatte auf dem Boden oder ist ein Sportgerät sichtbar im Raum, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir genau diese Dinge nutzen.

 

Hürden reduzieren

 

Ein Beispiel aus meiner eigenen Welt.

 

Seit meine Sporttasche immer gepackt im Auto liegt und ich beschlossen habe, nicht mehr im Fitnessstudio zu duschen, gehe ich regelmäßig zum Training.

 

Die Hürde wurde so niedrig, dass ich seit über zwei Jahren immer wieder darüber springe.

 

Um dies zu erreichen, habe ich lediglich den Zugang zum gewünschten Verhalten erleichtert.

 

Gehe langsam, wenn du weit gehen willst

 

Wenn die Motivation plötzlich da ist, geben wir Vollgas und wollen alles auf einmal.

 

Die Wahrheit ist jedoch:

 

Wir überschätzen häufig, was wir kurzfristig erreichen können, und unterschätzen gleichzeitig, was langfristig möglich ist.

 

Aus der anfänglichen Energie entsteht schnell ein großer Anspruch, der sich im Alltag oft schwer halten lässt.

 

Stattdessen: Gehe langsam und entschleunigt, aber konsistent in die richtige Richtung.

 

Langfristige Veränderung benötigt wirklich keine Eile! Ein Beispiel?

 

Dein Spiegelbild in 10 Jahren

 

Der entspannte und langfristige Ansatz bestätigt sich in einem Satz, der mir vor ein paar Jahren begegnet ist und einiges ausgelöst hat:

 

In zehn Jahren sieht man dir deine täglichen Gewohnheiten im Gesicht an.

 

Denkst du auch, da ist etwas dran?

 

Gewohnheiten an bestehende Routinen knüpfen

 

Neue Gewohnheiten an eine bestehende Routine im Alltag zu knüpfen, hat bei mir erstaunlich gut funktioniert.

 

Irgendwann habe ich beschlossen, morgens bei meiner Tasse Kaffee nicht mehr Nachrichten zu lesen, sondern zu schreiben.

 

Die Idee dahinter ist einfach: Eine neue Gewohnheit wird mit etwas verbunden, das ohnehin schon regelmäßig passiert.

 

Allerdings merkt man schnell, dass nicht jede Kombination automatisch funktioniert.

 

Man muss ein wenig herumprobieren, bis man etwas findet, das wirklich zum eigenen Alltag und zur eigenen Persönlichkeit passt.

 

Der Dominoeffekt neuer Gewohnheiten

 

Jede neue gesunde Gewohnheit wirkt sich auf andere Bereiche des Lebens aus.

 

Seitdem ich morgens nicht mehr die meist negativ dargestellten Nachrichten verfolge, sondern den Tag mit dem Schreiben von konstruktiven Ideen beginne, startet mein Tag ganz anders.

 

Gesunde Gewohnheiten bleiben selten für sich allein. Sie ergänzen sich und verstärken sich gegenseitig.

 

Regelmäßigkeit ist wichtiger als Intensität

 

Neue Gewohnheiten lassen wir schnell ausfallen, wenn wir müde sind oder gerade keine Lust haben.

 

Doch beispielsweise beim Sport geht es an solchen Tagen oft gar nicht in erster Linie um das Training selbst.

 

Es geht darum, die Gewohnheit zu festigen!

 

Allein der Gang dorthin hält die Routine lebendig. Denn häufig ist nicht die Intensität entscheidend, sondern die Regelmäßigkeit.

 

Die Umlaufbahn deines Umfelds

 

Dieser Punkt wird oft unterschätzt, weil er schleichend wirkt.

 

Mit der Zeit passen wir uns unserem Umfeld immer mehr an. Selbst der größte Eigenbrötler kann sich diesem Einfluss kaum entziehen.

 

Ist dein Umfeld positiv, konstruktiv und unterstützend, kannst du oft weiter gehen, als du es alleine je geschafft hättest.

 

Ein negatives Umfeld hingegen zieht dich langsam in seine Umlaufbahn und begünstigt auch negative Gewohnheiten.

  

Und manchmal bedeutet das auch, die Zeit mit Menschen zu reduzieren, die dauerhaft Energie ziehen.

 

Finde deinen eigenen Weg

 

Gesunde Gewohnheiten aufzubauen ist höchst individuell. Erlaube dir, deinen eigenen Ansatz zu entwickeln.

 

Eine kleine Gewohnheit nach der anderen

 

Ein Ansatz, der fast immer zum Scheitern verurteilt ist, besteht darin, alles auf einmal verändern zu wollen.

 

Aus meiner Erfahrung ist die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg deutlich höher, wenn man einen Schritt nach dem anderen etabliert.

 

Als ich mein Leben gesünder gestalten wollte, begann ich mit einer einzigen Veränderung:

 

Ich verzichtete auf zuckerhaltige Getränke.

 

Erst als diese Gewohnheit fest etabliert war, folgte der nächste Schritt.

 

Und vergiss dabei nicht:

 

Viele Menschen glauben, ihnen fehle Disziplin.

Doch oft fehlt ihnen kein Wille, sondern ein funktionierendes System.

 

Die Kehrseite von Gewohnheiten

 

Das Interessante an Gewohnheiten ist, wie stark wir sie weiterführen wollen, sobald sie einmal etabliert sind.

 

Selbst im Urlaub zieht es mich zum Schreiben und zum Sport.

 

Daran erkennt man, wie kraftvoll ein etabliertes System im Vergleich zu kurzfristiger Motivation sein kann.

 

Gleichzeitig zeigt sich darin auch eine kleine Kehrseite. Eine Gewohnheit bleibt eine Gewohnheit.

 

Sie kann gesund und hilfreich sein, doch es fällt sehr schwer zu loszulassen.

 

Druck aus dem System nehmen

 

Letztendlich nehmen Systeme enorm viel Druck aus dem Leben.

 

Sie können die Lebensqualität deutlich erhöhen.

 

Am Anfang bedeutet es oft eine Umstellung und manchmal auch eine kleine Herausforderung.

 

Doch auf lange Sicht sind die positiven Effekte spürbar.

 

Mich würde nun interessieren:

 

Welches System würdest du gerne für dich etablieren?

Und mit welchem kleinen Schritt könntest du noch heute beginnen?


Kerntropfen

 

Motivation ist kein verlässlicher Motor

Viele Veränderungen beginnen mit Motivation. Doch Motivation schwankt stark und hängt von Energie, Stimmung oder Stress ab. Deshalb eignet sie sich nur als Startpunkt, aber selten als stabile Grundlage für langfristige Veränderungen.

 

Systeme tragen, wenn Motivation fehlt

Dauerhafte Veränderungen entstehen meist durch Systeme. Ein gutes System funktioniert auch an Tagen, an denen die Motivation fehlt, und sorgt dafür, dass gewünschtes Verhalten leichter umgesetzt wird.

 

Entscheidungen verbrauchen mentale Energie

Jede Entscheidung kostet ein wenig geistige Energie. Wer viele kleine Entscheidungen im Alltag reduziert, behält mehr mentale Kapazität für wirklich wichtige Themen.

 

Systeme schaffen Ruhe im Alltag

Klare Routinen und einfache Regeln nehmen uns viele alltägliche Entscheidungen ab. Dadurch entsteht mehr Struktur, Stabilität und mentale Ruhe.

 

Die Umgebung beeinflusst unser Verhalten

Unsere Umgebung wirkt wie eine Einladung zum Handeln. Dinge, die sichtbar und leicht zugänglich sind, nutzen wir häufiger. Deshalb lohnt es sich, die Umgebung bewusst so zu gestalten, dass sie gewünschte Gewohnheiten unterstützt.

 

Niedrige Hürden fördern gute Gewohnheiten

Je einfacher ein Verhalten umzusetzen ist, desto wahrscheinlicher wird es zur Gewohnheit. Kleine Veränderungen, die Hürden reduzieren, können langfristig einen großen Unterschied machen.

 

Langfristige Veränderungen entstehen langsam

Wir überschätzen oft, was wir kurzfristig erreichen können, und unterschätzen gleichzeitig die Wirkung kleiner Schritte über viele Jahre hinweg. Nachhaltige Veränderungen entstehen meist durch Geduld und Kontinuität.

 

Gewohnheiten können einen Dominoeffekt auslösen

Neue Gewohnheiten bleiben selten isoliert. Sie beeinflussen oft weitere Bereiche des Lebens und können eine Kette positiver Veränderungen in Gang setzen.

 

Regelmäßigkeit schlägt Intensität

Gerade beim Aufbau neuer Gewohnheiten ist Regelmäßigkeit wichtiger als perfekte Leistung. Selbst kleine oder verkürzte Einheiten helfen dabei, die Routine stabil zu halten.

 

Gewohnheiten sind höchst individuell

Gewohnheiten sollten individuell etabliert werden. Es ist wichtig sie nicht blind von anderen Menschen zu kopieren, sondern seinen eigenen Weg zu finden.


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