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052 Was ist dein Warum fürs Leben - wie Narrative unser Leben prägen

  • Autorenbild: Ronny
    Ronny
  • 25. Apr.
  • 6 Min. Lesezeit

Die Gedankentropfen zum Hören


Was ist dein Warum fürs Leben?

 

In den 1950er Jahren führte der amerikanische Biologe Curt Richter ein Experiment mit Ratten durch, das man heute aus guten Gründen nicht mehr durchführen würde.

 

Er setzte die Tiere in einen Behälter voll Wasser und ließ sie ertrinken. Doch nicht alle unter den gleichen Bedingungen.

 

Eine Gruppe erhielt keine Hilfe. Die Ratten kämpften, bis ihre Kräfte nachließen.

 

Manche starben schon nach wenigen Minuten, keine hielt länger als etwa 15 Minuten durch.

 

Bei der zweiten Gruppe gab es eine entscheidende Veränderung.

 

Diese Ratten wurden nicht sofort ihrem Schicksal überlassen.

 

Kurz bevor sie erschöpft aufgaben, wurden sie herausgenommen, durften sich erholen und wurden anschließend wieder ins Wasser gesetzt.

 

Die Ratten, die zwischenzeitlich Rettung erlebt hatten, kämpften plötzlich nicht mehr nur Minuten.

 

Sie hielten stundenlang durch.

 

Manche Berichte sprechen sogar von bis zu 60 Stunden, auch wenn diese Zahl nicht eindeutig belegt ist.

 

Sicher ist jedoch, dass diese Tiere um ein Vielfaches länger durchhielten.


Glück und Zufriedenheit
Der Weg ist nicht das Ziel

Dein Warum fürs Leben

 

Dieses Experiment würde man heute zurecht nicht mehr durchführen.

 

Es erinnert mich jedoch an eine Aussage von Viktor Frankl, dem österreichischen Neurologen und Psychiater, der mehrere Konzentrationslager im Zweiten Weltkrieg als Insasse überlebte:

 

Wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie.

 

Ich erinnere mich an Beschreibungen aus seinem Buch Man’s Search for Meaning, in denen er beobachtete, wie Menschen, die wie er ums Überleben kämpften, die Qual irgendwann nicht mehr aushalten konnten und innerlich aufgaben.

 

Ähnlich wie bei den Ratten im Wasser muss es diesen Moment der inneren Kapitulation gegeben haben.

 

Ein Gedanke, der sich festsetzt und zur Gewissheit wird: Es hat keinen Sinn mehr.

 

Solange jedoch die Vorstellung lebendig bleibt, dass sich das Durchhalten am Ende lohnen könnte, werden Kräfte freigesetzt, die fast wie Lebensenergie wirken.

 

Es ist das Warum, das jedes Wie erträglich macht.

 

Vielleicht ist das auch ein Grund, warum Menschen, die an etwas glauben, oft gesünder leben und länger durchhalten.

 

Ein Thema, das wir im nächsten Gedankentropfen noch vertiefen werden.

 

Wenn wir diesen Gedanken auf unseren heutigen Alltag übertragen, stellt sich die Frage:

 

In welchen Bereichen könnte uns das hilfreich sein?

 

Ein Beispiel dafür ist der Beruf

 

Laut aktuellen Umfragen haben rund 20 Prozent der Beschäftigten in Deutschland innerlich gekündigt.

 

Insgesamt geben etwa drei Viertel an, sich emotional nicht mit ihrem Arbeitgeber verbunden zu fühlen.

 

Fehlt diesen Menschen das Warum in ihrem Job? Und wenn ja, wie könnte dieses Warum aussehen?

 

Im beruflichen Kontext kann es vieles sein:

 

Sinn zu erleben und zu wissen, wofür man arbeitet. Wirksamkeit zu spüren und Ergebnisse zu sehen. Entwicklung zu erkennen. Wertschätzung zu erfahren. Zugehörigkeit zu fühlen.

 

Im Kern geht es um das Narrativ. Um den Glauben. Um die innere Erzählung, die dem eigenen Tun Bedeutung gibt!

 

Eben um das Warum hinter dem Wie.

 

Wenn du das als Führungskraft liest, hast du die Möglichkeit, genau dafür Raum zu schaffen.

 

Wenn du das als Beschäftigter liest, erkennst du vielleicht, was dir fehlt und kannst beginnen, dir Schritt für Schritt dein eigenes Warum aufzubauen.

 

Wenn Beziehungen innerlich gekündigt werden

 

Noch tragischer wird diese innere Aufgabe im Persönlichen.

 

Wie viele Ehepartner, Brüder, Schwestern, Eltern, Söhne, Töchter oder Freunde haben innerlich eine Beziehung gekündigt und bleiben dennoch darin.

 

Auch hier sind das Narrativ und die gemachten Erfahrungen entscheidend.

 

Gibt es zwischendurch so etwas wie Rettung oder bleibt sie aus?

 

Wiederkehrende Enttäuschungen, Vertrauensbrüche, Konflikte ohne Veränderung, das Gefühl, nicht gesehen oder gehört zu werden.

 

All das kann schnell zu dem Punkt führen, an dem innerlich aufgegeben wird.

 

Sobald sich der Gedanke festsetzt: Es bringt alles nichts.

 

Im Umkehrschluss braucht es auch hier eine andere innere Überzeugung. Den Gedanken: Es lohnt sich.

 

Das kann ganz konkret bedeuten, zu erleben, dass Veränderung möglich ist. Gesehen und gehört zu werden. Eine emotionale Verbindung zu spüren.

 

Zu erfahren, dass Konflikte auch konstruktiv ausgetragen werden können.

 

Es braucht einen Glauben oder ein funktionierendes Narrativ an eine gemeinsame und überwiegend positive Zukunft.

 

Wenn du mehr zum Thema Konflikte in Beziehungen lösen erfahren möchtest, schau auch gerne in diesen früheren Gedankentropfen rein.

 

Narrative für alle Lebensbereiche

 

Diese inneren Erzählungen, lebendig oder bereits abgestorben, durchziehen alle Bereiche unseres Lebens.

 

Beispielsweise kann sich bei der Entwicklung des eigenen Selbstbilds die Frage stellen: Kann ich wachsen oder glaube ich, dass ich feststecke?

 

Bei den Finanzen: Kann ich mir etwas aufbauen oder fühlt es sich ohnehin sinnlos an?

 

Bei der Gesundheit: Kümmere ich mich um mich selbst oder habe ich innerlich schon aufgegeben?

 

Bei Träumen, Zielen und Projekten: Spüre ich noch Neugier und Lust aufs Leben oder beginne ich erst gar nichts Neues?

 

Und beim Blick auf die Welt: Habe ich sie innerlich abgeschrieben, weil alles immer schlimmer wird?

 

Oder halte ich an der Überzeugung fest, dass wir eine lebenswerte Zukunft gestalten und bewahren können?

 

Was das Schöne an Allem ist

 

Am Ende führen all diese Bereiche zu etwas Größerem.

 

Zu deinem Leben als Ganzem.

 

Kennst du dein Warum für dein Leben?

 

Vielleicht kennst du einige naheliegende Antworten. Arbeiten, um den Lebensunterhalt zu sichern. Eine Partnerschaft führen, weil es dazugehört.

 

Vielleicht gibt es auch in einzelnen Bereichen ein echtes, intrinsisches Warum.

 

Etwas, das aus dir selbst heraus entsteht. Ein besseres Leben für deine Kinder schaffen. Ein guter Vater oder eine gute Mutter sein wollen oder etwas ganz anderes?

 

Und vielleicht kennst du sogar das Warum für dein Leben als Ganzes.

 

Falls nicht, möchte ich dir heute eine Frage mitgeben.

 

In dem Wissen, dass eine innere Erzählung, ein Glaube, ein Warum uns oft weiter tragen kann, als wir es für möglich halten.

 

Was ist dein Warum für dein Leben? Wofür möchtest du Leben?

 

Das Schöne daran ist:

 

Eine einzige Antwort kann reichen.


Kerntropfen

 

Das Rattenexperiment und die Kraft der Hoffnung

In einem Experiment wurden Ratten in einen Wasserbehälter gesetzt. Eine Gruppe erhielt keine Hilfe und gab nach kurzer Zeit auf. Eine andere Gruppe wurde kurz vor dem Erschöpfen gerettet, durfte sich erholen und wurde anschließend wieder ins Wasser gesetzt. Diese Ratten hielten plötzlich um ein Vielfaches länger durch. Die Erfahrung von Rettung veränderte ihr Durchhaltevermögen grundlegend.

 

Das Prinzip des Warums

Das Experiment macht deutlich, wie entscheidend ein innerer Grund ist. Wer einen Sinn oder ein Ziel vor Augen hat, kann Belastungen deutlich länger aushalten.

 

Viktor Frankls Erkenntnis

Viktor Frankl brachte es auf den Punkt: Wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie. Ein starkes Warum kann selbst unter extremen Bedingungen tragen.

 

Der Moment der inneren Aufgabe

Oft geben Menschen nicht körperlich auf, sondern innerlich. Es ist der Moment, in dem sich der Gedanke festsetzt, dass alles sinnlos ist.

 

Das Warum als innere Energiequelle

Solange die Vorstellung lebt, dass sich das Durchhalten lohnt, entstehen neue Kräfte. Das Warum wirkt wie eine Art Lebensenergie.

 

Das fehlende Warum im Beruf

Viele Menschen fühlen sich emotional nicht mit ihrem Job verbunden. Häufig fehlt ihnen ein klares Warum, das ihrer Arbeit Bedeutung verleiht.

 

Sinn entsteht durch Erfahrung

Ein Warum im Beruf kann durch erlebte Wirksamkeit, Entwicklung, Wertschätzung oder Zugehörigkeit entstehen. Entscheidend ist die innere Erzählung, die wir unserem Tun geben.

 

Wenn Beziehungen innerlich gekündigt werden

Auch in Beziehungen kommt es häufig zu einer inneren Aufgabe. Wiederholte Enttäuschungen, Vertrauensbrüche oder ungelöste Konflikte können dazu führen, dass Menschen emotional aufgeben. Gleichzeitig kann ein neues Warum entstehen, wenn man erlebt, gehört und gesehen zu werden, wenn Gespräche wirklich etwas verändern oder Konflikte konstruktiv gelöst werden. Auch kleine Momente von Nähe, Verständnis oder ehrlicher Verbindung können wieder Hoffnung geben.

 

Narrative prägen alle Lebensbereiche

Unsere inneren Überzeugungen beeinflussen, wie wir auf uns selbst, unsere Ziele, unsere Gesundheit und die Welt blicken. Sie entscheiden, ob wir Möglichkeiten sehen oder aufgeben.

 

Die zentrale Frage deines Lebens

Am Ende führt alles zu einer entscheidenden Frage. Was ist dein Warum für dein Leben. Schon eine einzige klare Antwort kann dir Richtung, Kraft und Orientierung geben.


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