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063 - Irgendwann ist auch heute - Vom Warten auf ein Leben, das längst begonnen hat

Autorenbild: Ronny
Ronny
vor 5 Tagen
5 Min. Lesezeit

Die Gedankentropfen zum Hören

Erwischst du dich auch manchmal dabei, dein Glück und deine Zufriedenheit in die Zukunft zu verlegen?

 

Dir auszumalen, dass du irgendwann endlich ankommst?

 

Wenn du erst mehr Zeit hast, den richtigen Partner gefunden hast oder endlich den passenden Beruf, dann wirst du auch das ersehnte Glück finden.

 

Natürlich hängt unsere Zufriedenheit auch von den Umständen ab, in denen wir leben. Und doch könnte man über dieses in die Zukunft verlagerte Glück sagen: Es ist ein Mythos.


Glück und Zufriedenheit
Irgendwann ist auch heute

Die Illusion der Zukunft

 

Wir Menschen sind Meister der Illusion und am zuverlässigsten machen wir uns selbst etwas vor.

 

Das Glück in die Zukunft zu verlagern, ist dabei oft eine Strategie, um die Gegenwart besser auszuhalten.

 

Ohne die Aussicht auf eine zukünftige Belohnung wäre das, was gerade ist, manchmal deutlich schwerer zu ertragen.

 

Doch je näher die ersehnte Zukunft rückt, desto mehr verliert die Idealvorstellung ihren Glanz.

 

Und nicht selten löst sie sich ganz auf, sobald aus der erhofften Zukunft Wirklichkeit geworden ist.

 

Denn dann befinden wir uns wieder genau dort, wo wir auch heute schon sind: in der Gegenwart.

 

Sobald wir dort angekommen sind, verschiebt sich das Ziel häufig einfach wieder.

 

Aus dem ersehnten „Dann“ wird ziemlich schnell ein neues „Wenn“.

 

Die makellose Zukunft

 

Die Zukunft ist verführerisch, weil sie sauber ist. Sie besteht vor allem aus dem, was uns heute fehlt.

 

Vielleicht hat die ersehnte Reise keinen Regentag, der neue Job keinen anstrengenden Montag oder der neue Partner keine nervigen Angewohnheiten.

 

Doch sobald die Zukunft zur Gegenwart wird, bringt sie den gleichen Alltag mit, durch den wir jetzt auch gehen. Straßenverkehr und kalte Wintertage. Gewöhnung, Routine, Alltag.

 

Eine spanenden Frage könnte lauten: Wie können wir die Gegenwart verbessern?

 

Bevor wir darauf näher eingehen, schauen wir uns ein paar klassische Fallstricke an, die uns immer wieder dazu verleiten, unser Glück in die Zukunft zu verschieben:

 

Irgendwann ist auch heute

 

Die imaginierte Zukunft ist unfair perfekt. Wir erschaffen in Gedanken eine Idealvorstellung, die mit einer realen Gegenwart konkurrieren muss. Ein Vergleich, den die Gegenwart kaum gewinnen kann.

 

Manchmal tauschen wir auch langfristige Zufriedenheit gegen kurzfristiges Glück. Neue Kleidung, ein neues Handy oder ein neues Auto fühlen sich gut an. Bis die Gewöhnung einsetzt und wir schon nach dem nächsten Ausschau halten.

 

Wir können die Zukunft auch als Fluchtort nutzen. Die Vorstellung, dass irgendwann alles besser wird, hilft uns dabei, eine Gegenwart auszuhalten, mit der wir eigentlich unzufrieden sind.

 

Und manchmal ist die Zukunft schlicht ein Aufschub. Wir erzählen uns, dass wir etwas „irgendwann“ tun werden, weil uns heute der Mut fehlt, einen Schritt zu wagen, den wir vielleicht schon lange gehen möchten.

 

Die andere Seite

 

Bei aller Liebe zum gegenwärtigen Moment: Achte auch auf die Gegenbewegung. Unsere Lebensumstände haben einen erheblichen Einfluss darauf, wie zufrieden wir sind.

 

Dieser Gedankentropfen soll keine esoterische Botschaft sein, nach dem Motto: Egal, wie schwierig deine Umstände sind, du musst dein Glück nur im gegenwärtigen Moment finden.

 

Es ist sinnvoll, unser Leben so zu gestalten, dass die Wahrscheinlichkeit für Zufriedenheit steigt. Zumindest dort, wo wir Einfluss darauf haben. Denn längst nicht alles liegt in unserer Hand.

 

Und gleichzeitig können wir lernen, den gegenwärtigen Moment wieder stärker in den Vordergrund zu rücken.

 

Das eine schließt das andere nicht aus. Es geht um die Balance

 

Die Summe deiner Tage

 

Kehren wir noch einmal zu der Frage zurück, wie wir unsere Gegenwart verbessern können.

 

Ein erster Schritt könnte sein, den Blick aus der Zukunft zurück ins Heute zu holen.

 

Über die Jahre ist mir dabei ein Gedanke immer wichtiger geworden. Entstanden ist er aus einer Aussage, die mir irgendwann begegnet ist:

 

„In zehn Jahren sieht man dir im Spiegel an, womit du dich täglich beschäftigst.“

 

Ich glaube tatsächlich, dass das, womit wir uns Tag für Tag beschäftigen, einen enormen Einfluss darauf hat, wie wir unser Leben im gegenwärtigen Moment erfahren:

 

was wir denken und fühlen, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten und letztlich auch, wie wir handeln.

 

Du wirst zu deiner Umgebung

 

Vielleicht sind dir schon einmal solche überspitzten Aussagen begegnet:

 

Lehrerkinder hätten es besonders schwer, weil zu Hause ständig eine Prüfungssituation herrsche. Oder Juristen würden überall nach Fehlern suchen.

 

Natürlich sind solche Aussagen scherzhaft gemeint und ziemlich pauschal. Und doch steckt darin vielleicht ein kleiner Funke Wahrheit.

 

Denn unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie bauen auf etwas auf, das bereits vorhanden ist.

 

Auf all den Eindrücken, die uns im Laufe eines Tages begegnen, bewusst und vor allem unbewusst.

 

Unsere Routinen und Gewohnheiten, erlernte Denkmuster, unsere Umgebung und die Menschen, mit denen wir täglich Zeit verbringen: All das prägt uns, meist ohne dass wir es bemerken.

 

Dein täglicher Input

 

Genau diese Einflüsse gilt es in den Blick zu nehmen und unseren Geist bewusster vor dem zu schützen, was uns nicht guttut.

 

Denn unser Erleben wird wesentlich von dem geprägt, womit wir uns Tag für Tag umgeben.

 

Welchem Input möchtest du dich aussetzen? Was nährt dich? Was erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass du dich in deinem Alltag wohl und zufrieden fühlst?

 

Diese Fragen bringen uns dem alltäglichen Glück oft näher als die idealisierte Vorstellung einer besseren Zukunft.

 

Wir können nicht vollständig bestimmen, was wir denken und fühlen. Aber wir können mitentscheiden, womit wir unseren Geist füttern, aus dem diese Gedanken und Gefühle entstehen.

 

Die Zukunft als Nebenprodukt

 

Ein wichtiger Gedanke zum Schluss: Zufriedenheit findet nicht nur im Kopf statt. Auch unser Körper hat einen erheblichen Einfluss darauf, wie wir die Welt erleben.

 

Bewegung, Ernährung, ausreichend Schlaf und ein guter Umgang mit Stress schaffen einen Boden, auf dem Zufriedenheit leichter wachsen kann.

 

Und zum Abschluss möchte ich dir den heutigen Kerntropfen als These mitgeben. Schau einfach selbst, ob sie für dich stimmig ist:

 

Wenn du eine bessere Zukunft willst, arbeite nicht an einer besseren Zukunft, sondern an einer besseren Gegenwart. Eine bessere Zukunft entsteht dann vielleicht ganz von selbst als Nebenprodukt.

 

Ich wünsche dir viel Freude beim Nachspüren und Wirkenlassen.

 


Kerntropfen

 

Irgendwann ist auch heute

Wir neigen dazu, unser Glück in die Zukunft zu verschieben. Wenn erst dies oder jenes erreicht ist, dann werden wir endlich zufrieden sein.

 

Die Illusion der Zukunft

Die erhoffte Zukunft erscheint oft besser, als sie später tatsächlich ist. Sobald sie Gegenwart wird, verliert sie schnell ihren besonderen Glanz.

 

Die makellose Zukunft

Unsere Vorstellung vom Morgen kennt keinen Regentag, keinen nervigen Montag und keine schlechten Angewohnheiten. Die reale Gegenwart konkurriert mit einer idealisierten Zukunft.

 

Das nächste „Wenn“ wartet schon

Haben wir ein ersehntes Ziel erreicht, gewöhnen wir uns häufig schnell daran. Aus dem alten „Wenn“ entsteht schon bald ein neues.

 

Die Flucht nach vorne

Manchmal brauchen wir die Vorstellung einer besseren Zukunft, um eine unangenehme Gegenwart auszuhalten. Zukunft kann damit auch zum Fluchtort werden.

 

Auf später verschoben

„Irgendwann“ kann auch bedeuten, dass wir etwas aufschieben. Vielleicht weil uns heute der Mut fehlt, einen Schritt zu gehen, den wir eigentlich längst gehen möchten.

 

Das eine tun, ohne das andere zu lassen

Im gegenwärtigen Moment zu leben bedeutet nicht, schwierige Lebensumstände einfach hinzunehmen. Wir dürfen unser Leben verändern und gleichzeitig lernen, das Heute mehr wertzuschätzen.

 

Du wirst, was dich umgibt

Unsere Umgebung, Gewohnheiten, täglichen Eindrücke und die Menschen um uns herum prägen unser Denken, Fühlen und Handeln stärker, als uns häufig bewusst ist.

 

Was lässt du hinein?

Wir können nicht vollständig bestimmen, was wir denken und fühlen. Aber wir können mitentscheiden, womit wir unseren Geist täglich füttern und was wir in unser Leben hineinlassen.

 

Die Zukunft als Nebenprodukt

Zufriedenheit entsteht auch durch unseren Körper, unsere Beziehungen und unseren Alltag. Wenn du eine bessere Zukunft möchtest, arbeite an einer besseren Gegenwart. Die bessere Zukunft folgt als Nebenprodukt.


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